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Jetzt werde ich "Super Duper Webprovider**" und stink Reich

kürzlich wieder ein "Kunde*", 

System ist offline, ich brauche asap eine Lösung, meine Kunden werden schon sauer weil ich seit Tagen offline bin.

Wenn man sich dann ansieht, wie der Kandidat um Kunden wirbt:

Sinngemäss "Besser als alle anderen Provider dazu noch flexibel, Kundenorientiert usw. usw. und dabei noch soooooooo günstig."

Dass man von der Werbung gerne mal auf den Arm genommen wird, das kennt man eigentlich ja. Trotz der Anwendung eines bekannten Duschgels rennen mir keine zig tausend Frauen hinterher, offen gestanden ist mir das auch lieber so.

Allerdings sollte da, wo Duschgel drauf steht, auch Duschgel drinnen sein und keine unbehandelter Bio Dünger direkt vom Erzeuger. Aber leider bieten viele "Super Duper Provider" nur Misst an. Für den Endkunden erst erkennbar, wenn es zu Problemen kommt.

* Kunde mag ich dazu gar nicht sagen, ein Hilfe rufendes Stück Elend dass noch vom Massarati vorm Haus träumt.

** Name ist frei erfunden.

Halten wir doch erstmal die Istsituation fest:

Webhosting ist inzwischen ein Verdrängungsmarkt. Das bedeutet?

Umsätze und Wachstum lassen sich nicht mehr mit dem Gewinnen von "Neukunden" realisieren sondern basierend darauf, der Konkurrenz Kunden ab zu werben. Entsprechend muss man die Konkurrenz mit mehr Leistung und günstigeren Preisen unterbieten. Die Auswirkung auf den Preis und Aufwand kann sich jeder selbst ausmalen.

Hinzu kommen nun die "Super Duper Provider", deren Taschengeld für einen vHost oder noch schlimmer, Rootserver für 29.- EUR reichen. Tja, und dann geht die Miesere los. Keiner denkt darüber nach, dass der Endkunde durchaus erwartet und erwarten kann, dass ein Service Zuverlässig und stabil angeboten wird.

Dass zur Realisierung eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss und / oder entsprechend SLAs mit dem Server / RZ Betreiber bestehen sollten, das wird dann beim Träumen vom Bugatti, oft vergessen. Das Resultat ist dann häufig, unzufriedene Endkunden, gelegentlich juristischer Ärger durch Schadensersatzansprüche und der Bentley, der rückt dann wieder weit in die Zukunft.

Technische Probleme kann es immer wieder geben, das gehört einfach dazu. Die Spreu trennt sich dann vom Weizen, wenn es um die schnelle Behebung etwaiger Probleme geht. Sicherlich hängt das auch vom Provider ab insbesondere aber auch von den vertraglichen Regelungen. Ein technischer Defekt einer Festplatte oder eine ausgefallene Netzwerkkarte gehören mehr oder weniger zum Alltag eines (Root)servers. Das kommt einfach vor. Wer darauf nicht vorbereitet ist, verbrennt sich zurecht die Finger und ein schlechter Ruf macht deutlich mehr die Runde als ein guter. Leider hält sich der schlechte Ruf auch nachhaltiger als der gute.

So wie kürzlich bei diesem "Kunden*", Festplatte verstorben, keine Backup gemacht, wozu auch? War ja ein Raid 1 über 2 Platten und erst als die 2. Platte wegen der starken Überhitzung der 1. verstorbenen Platte auch verstarb .... hatte man erstmals bemerkt, dass das System ein Problem hat.

Der Tausch des Servers dauerte knapp 24 Stunden, die Daten waren aber nicht mehr herstellbar. Zig Domains inkl. Webinhalte sowie unzählige Emails einfach verschwunden.

Vielen Dank an "Super Duper Webhosting**", dass dem Preisverfall neuen Aufschwung gab und denen die es vernünftig machten, die letzte übrig gebliebene Marge raubte. Überlegt einfach mal, ob Ihr sowohl euren Kunden als auch euch selbst damit einen gefallen tut, in einem Segment den Preis zu drücken, der eh schon am Boden ist.


Kategorien: IT

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